Die Colônia Dona Francisca in Brasilien

Typisches Fachwerkhaus in Joinville – Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fachwerkhaus_joinville.jpg (gemeinfrei)

Alle Welt kennt Blumenau

Blumenau – Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Blumenau2.JPG

Vor allen von Touristen wird das Städtchen Blumenau im Süden Brasiliens wegen seiner pitoresken Fachwerkfassaden und des bekannten Oktoberfestes häufig aufgesucht. Gegründet wurde es im Jahr 1850 von dem deutschen Apotheker Hermann Otto Bruno Blumenau ( * 26.12.1819 in Hasselfelde, + 30.10.1899 in Braunschweig). Blumenau gehört mit Brusque und Joinville zu den Zentren der deutschen Kolonisation in Santa Catarina.

Colônia Dona Francisca

Deutsch: Typisches deutsches Haus in Joinville, erbaut vom Fleischer Otto Schroeder, Sohn deutscher Einwanderer, heute ein Süßwarenladen
Português: Uma típica casa alemã em Joinville, construída em 1921 pelo açougueiro Otto Schroeder, filho de imigrantes alemães. Atualmente é uma loja de doces e iguarias.
English: A typical German house in Joinville, built in 1921 by the butcher Otto Schroeder, son of German immigrants. Nowadays it is a sweet store. Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Casa_alem%C3%A3_em_Joinville,_constru%C3%ADda_em_1921_pelo_a%C3%A7ougueiro_Otto_Schroeder.jpg

Kurz nach der Gründung von Blumenau wurde die deutsche Kolonisation von Santa Catarina weiter vorangetrieben. Im Jahr 1849 trat der Prinz von Joinville einen Teil seiner durch Heirat mit der brasilianischen Prinzessin Francisca erhaltenen Ländereien in Santa Catarina zum Zweck der Kolonisation ab. Im Jahr 1851 wird die Stadt Joinville auf dem Gebiet der Colônia Dona Francisca gegründet.

Quelle: https://pt.wikipedia.org/wiki/Col%C3%B4nia_Dona_Francisca#/media/File:Karte_der_Colonie_Dona_Francisca_und_Umgebung.jpeg

Die ersten Schiffe

Bereits am 10. Dezember 1850 (offiziell, wahrscheinlich aber erst Anfang Januar 1851) legte mit der „Colon“ das erste Schiff aus Hamburg mit 125 Passagieren aus dem Großherzogtum Oldenburg und aus der Schweiz in Richtung Brasilien ab. Die lange und beschwerliche Überfahr von über zwei Monaten überlebten sieben Passagiere nicht. Die Überfahrt endete am 9. März 1851 in São Francisco do Sul. Der einzige damit erste Thüringer Passagier der „Colon“ war Johann Wolfgang Schack, ein 25-jähriger Bauer aus dem Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt. Ausserdem gehörten 61 Norweger zu den ersten Kolonisten in Dona Francisca, die eigentlich auf dem Weg nach Kalifornien waren.

Casa antiga típica germânica da família Pogan (Typical house in old germanic style. Property of Pogan’s family)

Bereits am 12. Juli 1851 kam mit der „Emma & Louise“ ein weiteres Schiff in São Francisco do Sul an. Gestartet war es zweieinhalb Monate vorher am 01. Mai 1851 in Hamburg und hatte 119 (117) Passagiere an Board. Neben überwiegend Schweizern kam Johanna Elisabeth Steinmetz aus Rudolstadt mit diesem Schiff in Brasilien an. August und Friedrich Müller aus Erfurt folgten am 19. Juli 1852 mit der „Florentin“ und die nächste Welle mit 13 Thüringern kam mit der „Swea“ am 6. August 1852 im Hafen von São Francisco do Sul an. Weitere 23 Thüringer erreichten mit der „Andromache“ die Kolonie Dona Francisca am 5. Dezember 1852.

Herkunftsorte

Unsere Thüringer kamen fast ausnahmslos aus dem Südosten und Osten des heutigen Freistaates Thüringen. Die Herkunftsorte lagen damals vorrangig in den Fürstentümern Schwarzburg-Rudolstadt, Reuß (beide Linien) sowie im Herzogtum Sachsen-Meiningen und im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Ein paar wenige Auswanderer kamen auch aus dem Regierungsbezirk Erfurt der preußischen Provinz Sachsen.

Liste der Einwanderer

Der Einwanderungshafen für die Kolonie Dona Francisca war fast ausnahmslos São Francisco do Sul. Eine (noch unvollständige) Auflistung der Einwanderungen von Thüringern findet sich hier:

Einwanderungen über den Hafen von São Francisco do Sul (Santa Catarina, Brasilien)

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