Stadtarchiv Neustadt an der Orla

Wir waren noch gar nicht lange online, da meldete sich bereits das erste Stadtarchiv bei uns und bat seine Unterstützung für unser Projekt an.

Wir danken Herrn Stadtarchivar Daniel Pfletscher vom Stadtarchiv Neustadt an der Orla (Saale-Orla-Kreis) für die umfangreichen Auswertungen der Stadtakten und des „Neustädter Kreisboten“. Herr Pfletscher ist in seiner Freizeit ebenfalls ein begeisterter Genealoge und leitet den Arbeitskreis „Saale-Orla“ der AMF. Insofern freut es uns besonders, hiermit nun auch eine vereinsübergreifende Zusammenarbeit mit der AMF im Bereich der Migrationsforschung zu pflegen.

Die Auswertung der Stadtakten sind bereits in unsere Datenbank eingeflossen, die damit wieder um weitere 208 Auswanderer erweitert werden konnte. Dabei haben längst nicht alle Auswanderer Amerika zum Ziel gehabt. Die damalige Zersplitterung Thüringens in viele kleine Territorialstaaten (Neustadt an der Orla gehörte zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach) sorgte auch dafür, dass man bereits „auswanderte“, wenn man nur in das wenige Kilometer entfernte Pößneck (Herzogtum Sachsen-Meiningen) umzog. Neben den ernestinischen Herzogtümern waren auch die schwarzburgischen und reußischen Fürstentümer im Bereich des heutigen Thüringen Ziel dieser Binnenmigration. Auffallend viele Personen (vor allem Tuchmacher und -scherer) wanderten nach Crimmitschau (Königreich Sachsen) aus, einige auch in die preußischen Provinzen Brandenburg, Pommern und Sachsen.

„Echte Auswanderungen“ gab es natürlich auch. Neben Amerika (dazu gehört übrigens auch Südamerika, obwohl man in vielen Fällen die USA annehmen kann) gaben auch einige wenige die Schweiz, Polen oder Dänemark als Auswanderungsziel an.

Die Auswertung des „Neustädter Kreisboten“ die Herr Pfletscher für die Jahrgänge 1849-1858 vorgenommen hat, ist deutlich umfangreicher. Rund 800 Auswanderer, größtenteils mit dem Ziel Amerika werden dort genannt. Zur Übernahme der Daten werden wir wohl noch ein paar Tage oder Wochen benötigen. Die Jahrgänge 1818-1892 des „Neustädter Kreisboten“ liegen übrigens digitalisiert bei der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) im Portal journals@UrMEL vor und können dort kostenfrei eingesehen werden.

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